Bitcoin, Ethereum & Co. — wie viel Steuer fällt wirklich an?
Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Solana werden in Deutschland als "andere Wirtschaftsgüter" nach §23 EStG behandelt — nicht als Kapitalanlage! Das hat große Vorteile: nach einem Jahr Haltedauer sind Gewinne komplett steuerfrei.
Bei Krypto-Gewinnen über 1.000 € wird der komplette Betrag versteuert (nicht nur der Teil über 1.000 €). Bei 999€ Gewinn = 0€ Steuer; bei 1.001€ Gewinn = die vollen 1.001€ sind steuerpflichtig!
| Szenario | Haltedauer | Steuer (30% Steuersatz) |
|---|---|---|
| Kauf 10.000€ → Verkauf 15.000€ | 6 Monate | 1.500 € (30% von 5.000€) |
| Kauf 10.000€ → Verkauf 15.000€ | 14 Monate | 0 € ✅ steuerfrei! |
| Kauf 10.000€ → Verkauf 10.500€ | 3 Monate | 0 € (unter Freigrenze) |
| Kauf 10.000€ → Verkauf 11.500€ | 3 Monate | 450 € (1.500€ × 30%) |
Mit vollständiger Transaktionshistorie: Kaufdatum, Kaufpreis, Verkaufsdatum, Verkaufspreis. Tools wie CoinTracking, Blockpit oder Accointing automatisieren das. Speichere CSVs deiner Exchanges.
Mining: Gewerbliche Tätigkeit (Hobby = Liebhaberei). Airdrops: Neutral — keine Steuer beim Erhalt, aber beim späteren Verkauf nach 1 Jahr Haltefrist.
NFTs werden wie Krypto behandelt: 1-Jahres-Haltefrist, persönlicher Steuersatz, FIFO-Methode.
Wenn deine Gesamtgewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften unter 1.000€ liegen → keine Pflicht zur Angabe. Bei höheren Beträgen ODER Verlusten zur Verrechnung → Anlage SO der Steuererklärung.
Nein! Alle Berechnungen erfolgen direkt in deinem Browser.
Diese Berechnung ist eine Vereinfachung. Bei komplexen Krypto-Portfolios (Staking, DeFi, NFTs, Margin Trading) konsultiere einen auf Krypto spezialisierten Steuerberater.
In Deutschland gelten Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum oder anderen Altcoins als private Veräußerungsgeschäfte gemäß § 23 EStG. Das bedeutet: Hältst du deine Coins länger als 12 Monate, sind die Gewinne vollständig steuerfrei — egal wie hoch. Bei einer Haltedauer unter einem Jahr gilt eine Freigrenze von 1.000 € pro Jahr (seit 2024 angehoben von 600 €). Überschreitest du diese Grenze, wird der gesamte Betrag mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert — nicht nur der Teil oberhalb der Grenze.
Die häufigste Bewertungsmethode ist FIFO (First In, First Out): Die zuerst gekauften Coins gelten als zuerst verkauft. Das ist in Deutschland steuerlich vorgeschrieben. Achte darauf, alle Transaktionen sorgfältig zu dokumentieren — Börsenhistorie, Datum, Kaufpreis, Verkaufspreis und Gebühren. Das Finanzamt kann bis zu 10 Jahre zurückfragen.
Nach einer Haltedauer von mehr als 12 Monaten sind Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen in Deutschland vollständig steuerfrei — ohne Obergrenze. Die Haltefrist beginnt am Tag des Kaufs und endet am Tag des Verkaufs.
Die Freigrenze für private Veräußerungsgeschäfte beträgt seit 2024 1.000 € pro Jahr. Wichtig: Es handelt sich um eine Freigrenze, keine Freibetrag. Sobald du 1.001 € Gewinn erzielst, wird der gesamte Betrag steuerpflichtig — nicht nur die 1 € darüber.
Ja! Verluste aus Krypto können mit anderen privaten Veräußerungsgewinnen aus demselben Steuerjahr verrechnet werden. Nicht verrechnete Verluste können auf Folgejahre vorgetragen werden. Trage sie in der Anlage SO deiner Steuererklärung ein.
Staking- und Mining-Erträge gelten als sonstige Einkünfte (§ 22 EStG) und sind im Jahr des Zuflusses zum Marktwert zu versteuern. Anschließend beginnt eine neue 12-Monats-Haltefrist für die erhaltenen Coins.
Bei einfachen Trades (wenige Transaktionen, klare Haltedauer) kannst du die Steuer selbst berechnen. Bei Staking, DeFi, NFTs, vielen Trades oder Beträgen über 10.000 € Gewinn empfiehlt sich ein auf Krypto spezialisierter Steuerberater oder eine Software wie Blockpit oder CoinTracking.